Dezember 4th, 2009 Obermayr
In einem offen Schreiben (Leserbrief) reagierte Kreisrat Hans Vollhardt auf die öffentlichen Proteste gegen Kürzungen am Bildungshaushalt und brachte endlich präzise Zahlen in die Öffentlichkeit, so dass alle beteiligten Seiten jetzt endlich Anhaltspunkte dafür haben, welche Mittel zur Verfügung stehen.
Nachdem bereits vor einigen Wochen bei der Diskussion um das Restbudget aus dem Büchergeld der Eindruck entstehen konnte, dass die Höhe von Budgets auch bei deren Verwaltern nicht immer gleichartig interpretiert wird, scheinen die öffentlichen Proteste um die Kürzungen des Bildungshaushaltes offensichtlich jetzt zu belastbaren Informationen über Budget-Stände geführt zu haben.

28.11.2009: Offener Brief (Leserbrief) von Karl Obermayr an Kreisrat Hans Vollhardt

04.12.2009: Offener Brief (Leserbrief) von Kreisrat Hans Vollhardt
Das Schreiben von Kreisrat Vollhart (im Text):
Vier von zehn Euro fließen in Schulen
Zu dem Leserbrief von Karl Obermayr “Sparen am falschen Ende” vom 28. November:
Sehr geehrter Herr Obermayr, ich hätte mir sehr gewünscht, dass Sie sich erst einmal objektiv informieren, ehe Sie eine so massive Kritik üben. Maßgebend dafür, das sogenannte Schulleiterbudget für 2010 wieder in der gleichen Höhe wie 2009 festzusetzen, war, dass im Gesamtbudget aller Schulleiter je nach Kontostand der einzelnen Schule zu deren jeweils freier Verfügung zum Zeitpunkt 16.11. (Tag der Sitzung) zur Bestreitung des sächlichen Aufwands ihrer Schule noch Rücklagen aus den Vorjahren in Höhe von 139 127,13 Euro (davon Gymnasium Grafing ca. 27 000 Euro) und aus Rücklagen für Investitionen in Höhe von 246 300 Euro (davon Gymnasium Grafing ca. 41 000 Euro) vorhanden waren, und schließlich dass wir darüber hinaus eine sogenannte Härtefallregelung beschlossen haben, die den Schulen, die mit den ihnen für 2010 insgesamt zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln von insgesamt 831 294 Euro (davon Gymnasium Grafing 153 018 Euro) aus zwingenden Gründen nicht auskommen, die Garantie für eine Sonderfinanzierung gibt.
Um den Ergebnishaushalt (laufende Ausgaben) für 2010 auszugleichen, mussten die Kreisgremien die ursprünglich geplanten Ausgaben von 48,5 Millionen auf 44,1 Millionen Euro ( = 4,4 Millionen) zusammenstreichen. Das sind etwa zehn Prozent! Hinzu kommen elf Mio Euro für Investitionen, von denen allein für Schulbauten 6,4 Millionen vorgesehen sind. Für den Bauunterhalt, die Bewirtschaftung und den investiven Sachaufwand sind insgesamt weitere neun Millionen Euro vorgesehen.
Im Übrigen scheinen Sie mir die großen Anstrengungen des Landkreises für Schul- und Bildungseinrichtungen nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, sonst könnten Sie nicht behaupten, dass hier gespart werde! Drum hier nun die Bilanz der Ausgaben für Schulen und Bildung nur der letzten Jahre; sie ließe sich in ähnlicher Höhe noch weiter zurückverfolgen: 2007: 8,4 Mio.; 2008: 17,5 Mio.; 2009: 15,2 Mio.; Plan 2010: 17,8 Mio.!
Daneben bringt der Landkreis Ebersberg in 2010 3,3 Millionen an Gastschülerbeiträgen für solche Kinder aus, die Schulen außerhalb des Landkreises besuchen und für die Beförderung der Schüler im Landkreis weitere 1,2 Millionen. Dazu sollten Sie noch wissen, dass das Gesamtvolumen des nächstjährigen Ergebnishaushalts 44,1 Millionen Euro plus elf Millionen für Investitionen beträgt; davon müssen wir allein für die Jugendhilfe 10,2 Millionen und für Sozialaufgaben weitere 7,8 Millionen aufwenden.
Gerade erst haben wir ein neues Gymnasium in Kirchseeon gebaut, erweitern zur Zeit das Gymnasium Markt Schwaben, bauen ab 2010/11 eine neue Realschule in Poing, haben das Gymnasium in Vaterstetten erweitert und den Altbau saniert, erweitern gerade die Realschulen in Ebersberg und Vaterstetten sowie das Sonderpädagogische Förderzentrum in Poing und sanieren schrittweise die anderen in der Trägerschaft des Landkreises Ebersberg stehenden Schulen. Ergebnis dieser gewaltigen Anstrengungen ist allerdings auch der massive Anstieg der Verschuldung auf nahezu 50 Millionen Euro.
Wir können also feststellen: Vier von zehn Euros, die der Landkreis 2010 ausgibt, kommen unseren Schulen und damit unseren Kindern in den weiterführenden Schulen und den sonderpädagogischen Förderzentren zugute. Die Investitionen in unsere Schul- und Bildungseinrichtungen sind seit Jahren und auch für die kommenden Jahre der über die Fraktionsgrenzen hinausreichende einvernehmliche Schwerpunkt unserer Arbeit.
Übrigens: Jeden Euro, den wir als Landkreis ausgeben, müssen wir den Gemeinden über die Kreisumlage wegnehmen, weil der Landkreis keine eigenen Steuereinnahmen hat. Wir gefährden so die Fähigkeit unserer Städte, Märkte und Gemeinden, in ihre Bildungseinrichtungen wie Grund- und Hauptschulen, Kindertagesstätten, Musikschulen und Erwachsenenbildung zu investieren.
Hans Vollhardt
Kreisrat und Landrat a.D.
Ebersberg
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.280, Freitag, den 04. Dezember 2009 , Seite 2
Dezember 1st, 2009 Obermayr
Auch die Schüler am Gymnasium Grafing, organisiert in der SMV, sind der Meinung, dass Kürzungen am Bildungshaushalt, ganz egal in welchem Budget, zu Lasten der Jugendlichen gehen und immer eine solide Ausbildung behindern.
In eine kreativen Demonstration zeigten sie, wie betroffen sie sich von den durch den Kreisrat beschlossenen Kürzungen fühlen.

Bericht in der Süddeutschen Zeitung, Ebersberg, vom 01.12.2009, Seite 1.

Bericht im Münchner Merkur, Ebersberg, vom 01.12.2009
Weitere Informationen zur Arbeit der SMV unter blog.smv-gg.de
November 20th, 2009 Obermayr
Die Presse hat den Protest der Elternbeiräte an Gymnasien im Landkreis Ebersberg gegen die Kürzung des Schulleiterbudgets aufgegriffen und berichtet in beiden Lokalzeitungen auf der Titelseite darüber.

Bericht in der Süddeutschen Zeitung, Ebersberg, vom 20.11.09

Bericht im Münchner Merkur, Ebersberg, vom 20.11.09

"Zitat des Tages" im Münchner Merkur, Ebersberg, vom 20.11.09
In einer Presseerklärung vom 26.11.09 haben die Grünen die Kritik der Eltern als “der Sache nicht angemessen” und “nicht berechtigt” zurückgewiesen.

Bericht in der Süddeutschen Zeitung, Ebersberg, vom 26.11.2009
November 19th, 2009 Obermayr
In der Kreistagssitzung vom 16.11.09 wurde auf Antrag der CSU das sog. “Schulleiterbudget” um weitere 10% gekürzt. Für Bildung stellt der Landkreis auf Drängen der CSU, insbesondere der Kreisräte Florian Alte (CSU) aus Anzing, Susanne Linhart (CSU) aus Grafing, Hans Vollhardt (CSU) aus Ebersberg und Doris Häuser (Grüne) aus Vaterstetten, damit weniger Geld zur Verfügung.
Alle Mitglieder des FSK-Ausschusses des Kreistags finden Sie hier.
(Adressen werden nach Anklicken des jeweiligen Namens sichtbar)
Hier der Pressebericht der Süddeutschen Zeitung vom 18.11.09.
Der Elternbeirat am Gymnasium Grafing wird gemeinsam mit allen Klassenelternsprechern und mit EBEBE (Arbeitskreis der Elternbeiräte an Gymnasien im Landkreis Ebersberg) gegen diese Entscheidung protestieren.
Oktober 27th, 2009 Obermayr
Zum ersten Treffen im Schuljahr 2009/10 traf sich der “Arbeitskreis der Elternbeiratsvorsitzenden an den Gymnasien im Landkreis Ebersberg” (EBEBE) am 28.10.09 im auf Einladung der Elternbeiräte des Gymnasiums Grafing in deren Schule.
Die Vorsitzenden der Elternbeiräte der Gymnasien Markt Schwaben und Kirchseeon wurden von Direktor Dr. Harald Parigger persönlich begrüßt.
Die Elternbeiräte berichteten sich gegenseitig über aktuelle Probleme an ihren Schulen und wie im Einzelnen damit umgegangen wird. In lockerer Aussprache ging es dann um Themen wie Nachmittagsbetreuung, Schulentwicklung, die Petition zur Schüler-ID und um Austausch neuester Informationen aus dem Landratsamt Ebersberg.
Berichte aus der Presse zum EBEBE-Treffen





Juli 15th, 2009 Obermayr
In seiner Verwunderung, dass etwas offensichtlich nur neu sein muss, um alles Interesse auf sich zu ziehen, hat der Elternbeirat am Gymnasium Grafing prominente Unterstützung durch Prof. Dr. Hajo Schneck erhalten, der seine Gedanken in einem Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung (13.7.09) ausdrückt:
Oberschul-Mekka mit großem Vorbild
Zum Bericht “Neues Gymnasium von Eltern zu begehrt” vom 3. Juli:
Allmählich entsteht auch durch die Berichterstattung der
Ebersberger SZ der Eindruck, ein junger Mensch, der seine
Ausbildung am Gymnasium Grafing absolvieren muss und es nicht
ins über allem strahlende Oberschul-Mekka Kirchseeon geschafft
hat, sei für seine Zukunft so gut wie ruiniert. Das Gymnasium
Grafing (das übrigens auch für mich 1959 schon zur Wahl
gestanden ist) kenne ich von gemeinsamen humanitären und
Aktivitäten, aus dem Kunst- und Sportbetrieb und als
gelegentlicher ehrenamtlicher Berufsberater. Vor allem kenne ich
aber viele seiner Schülerinnen und Schüler und deren Meinung
über “ihre” Schule. Es ist schön, dass aus dieser Einrichtung,
die so vorbildlich und mit nicht geringem Einsatz die Dinge
neben der reinen schulischen Ausbildung betreibt, eine in
personeller und hoffentlich auch inhaltlicher Hinsicht verwandte
Schule hervor gegangen ist. Man kann dem Kirchseeoner Gymnasium
und den Schülern in unserem Landkreis nur wünschen, dass diese
Schule, wenn die Phase des Neu-Seins eines Tages vergangen ist,
ihre Attraktivität aus der pädagogischen Qualität bezieht und es
dabei in die Nähe des Niveaus ihres “Mutterschiffs” in Grafing
schafft.
Prof. Dr. Hajo Schneck
Vaterstetten
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.158, Montag, den 13. Juli 2009 , Seite 2
Juli 10th, 2009 Obermayr
Der Elternbeirat am Gymnasium Grafing wird immer wieder auf die Durchführung von Selbstbehauptungskursen für Mädchen und Jungen der Unterstufe angesprochen und hat solche Kurse auch schon angeboten.
Das Für und Wider von Selbstbehauptungskursen und die Frage, wie weit derartige Kurse überhaupt sinnvoll sind oder nicht sogar Schaden anrichten können, wird in einem interessanten Beitrag auf der “Wissen”-Seite der Süddeutschen Zeitung vom 9. Juli 2009 dargestellt.
Der Artikel ist hier nachzulesen (Artikel im Original (jpg)).
Spielen mit der Angst
Selbstbehauptungskurse für Kinder sind derzeit populär – doch Psychologen warnen
Er ist der Albtraum aller Eltern – der fremde Mann, der Kinder
vom Spielplatz lockt und ins Auto zerrt. In der Realität sind
solche Fälle selten. Doch die Aufmerksamkeit, die sie in der
Öffentlichkeit erfahren, suggeriert eine ständig akute
Bedrohung. Aus Angst um ihre Kinder buchen viele Eltern deshalb
in jüngster Zeit vermehrt Selbstbehauptungs- oder
Selbstverteidigungskurse. Mittlerweile werben Dutzende Anbieter
mit den unterschiedlichsten Konzepten für Grundschul- und
Kindergartenkinder. Doch machen diese Angebote Kinder wirklich
stark und schützen sie davor, von Erwachsenen misshandelt zu
werden? Oder handelt es sich nur um einen neuen Auswuchs des
wuchernden Marktes für Coaching, Persönlichkeitsoptimierung und
sonstige Lifestyle-Angebote?
Die Qualität vieler Kurse ist tatsächlich fragwürdig. “Auf
diesem Gebiet gibt es viele selbsternannte Fachleute”, sagt
Christian Lüders vom Deutschen Jugendinstitut in München. Das
Problem ist, dass es keine Zertifizierung gibt. “Im Prinzip darf
jeder in Deutschland solche Programme anbieten.” So kommen auch
zweifelhafte Kurse mit bizarren Inhalten auf den Markt, in denen
etwa von Lichtmänteln die Rede ist, die vor allem Bösen schützen
sollen. Doch nicht immer ist der Mangel an Qualität so
offensichtlich zu erkennen. “Auch Selbstverteidigungskurse, die
ausschließlich auf das Erlernen von Schlagtechniken setzen, sind
pädagogisch nicht vertretbar”, sagt Christian Böhm von der
Beratungsstelle Gewaltprävention in Hamburg. In einer
Diplomarbeit, die Böhm mitbetreut hat, wurde die Qualität von
Selbstbehauptungskursen an Hamburger Grundschulen untersucht -
mit ernüchterndem Ergebnis. Der Studie zufolge “ist es sehr
unwahrscheinlich, dass sich ,trainierte” Kinder im Fall eines
Angriffs durch einen erwachsenen Täter mit den erlernten
Techniken behaupten können”.
“Das bringt gar nichts”, sagt Böhm. “Ein 1,30 Meter großes
Mädchen hat gegen einen Erwachsenen, der ernsthaft vorhat, ihm
zu schaden, keine Chance.” Im schlimmsten Fall geben sich
Kinder, die trotz eines solchen Kurses Opfer einer Gewalttat
geworden sind, auch noch selbst die Schuld daran, weil ihnen
vermittelt wurde, dass sie sich wehren sollen und können. Oder
sie wiegen sich in falscher Sicherheit und zögern in einer
tatsächlichen Gefahrensituation, anstatt davonzulaufen.
Umgekehrt können Kinder durch schlecht konzipierte
Selbstbehauptungskurse Ängste entwickeln. Der Anbieter
Sicher-Stark aus Euskirchen beispielsweise schickt Grundschüler
über einen “Gefahrenparcours”, um den “Realitäts-Check” zu
machen. Dabei werden Situationen simuliert, in denen etwa ein
Schauspieler mit dem Auto neben dem Kind hält und versucht, es
durchs Fenster ins Auto zu zerren.
Eine Broschüre, die die Aktion Jugendschutz in Baden Württemberg
zusammen mit dem Landeskriminalamt als Orientierungshilfe für
Eltern, Schulen und Kindergärten herausgegeben hat, warnt
ausdrücklich vor solchen Techniken: “Eine Simulation des
Ernstfalls mit realitätsnahen Rollenspielen ist kontraproduktiv
(. . .) Es besteht die Gefahr, dass die Kinder Ängste entwickeln
und ähnlich negative Folgen erleiden wie bei einem wirklichen
Überfall.”
“Angstgefühle lassen wir gar nicht aufkommen”, sagt hingegen
Ulrich Schulze Forsthövel von Sicher-Stark. “Unsere Trainer
achten peinlich darauf, dass die Kinder mit einem
Erfolgserlebnis aus dem Kurs kommen.” Vorsicht ist der Broschüre
aus Baden-Württemberg zufolge auch geboten, wenn der Anbieter
eine Erfolgsgarantie gibt, etwa mit “Geld zurück bei
Nichterfolg” wirbt, oder wenn viel über steigende Kriminalität,
Überfälle und Sexualstraftaten gesprochen wird, um Eltern von
der Notwendigkeit eines solchen Kurses zu überzeugen.
“Ein Grundproblem der meisten dieser Kurse ist, dass eine fremde
Person mit den Kindern über ein fremdes, heikles Thema spricht”,
sagt der Heidelberger Psychoanalytiker und Familientherapeut
Manfred Cierpka. Zum einen kommen in einer solchen Situation
schneller Ängste auf, zum anderen lernen Kinder besser von
vertrauten Personen, etwa von ihrer Lehrerin. Cierpka hält es
deshalb für sinnvoller, Lehrer entsprechend fortzubilden und
solche Themen stärker als bisher in der Schule zu besprechen.
“Ich halte gar nichts von kurzfristigen
Selbstbehauptungskursen”, sagt er. “Die wenigsten Anbieter
können wissenschaftlich belegen, dass ihre Methode tatsächlich
etwas nützt.” Besonders umstritten ist der Nutzen von
Präventionsprogrammen gegen sexuellen Missbrauch. Untersuchungen
in den USA zum Programm “Talking about touching” in
verschiedenen amerikanischen Schulen haben ergeben, dass die
Kinder nach einem solchen Kurs zwar theoretisch mehr über das
Thema wissen. “Doch es gibt keine Studie darüber, ob sie dieses
Wissen auch anwenden können, wenn es darauf ankommt”, sagt Cierpka.
In einem Punkt sind sich Anbieter von Selbstbehauptungskursen,
Psychologen, Lehrer und Erzieher einig: Grundsätzlich ist es
wichtig und richtig, Kinder “stark” zu machen. Doch was heißt
das überhaupt? “Ein starkes Kind weiß, was es will, was ihm
guttut und was ihm schadet”, sagt Cierpka. Diese
Selbstsicherheit ermöglicht es ihm, sich leichter zu
distanzieren, es lässt sich nicht so leicht verführen – egal ob
es um Rauchen, Alkohol, Computerspiele oder falsche
Versprechungen eines Fremden geht.
“Die Bedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche aufwachsen,
haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert”, sagt
Christian Lüders. “Früher reichte es, Kindern ein Set von Regeln
an die Hand zu geben. Heute gibt es so viele Angebote und
Risiken, dass man oft gar nicht mehr pauschal sagen kann, was
richtig und was falsch ist.” Kinder müssen deshalb lernen,
selbst ein Gefühl dafür zu bekommen, was für sie gut ist und was
nicht. Sie sollten Widerstandsfaktoren entwickeln, wie es im
Fachjargon heißt. “Im besten Fall kann ein gut gemachter Kurs
ein Baustein dabei sein”, sagt Lüders. Doch auch der beste Kurs
kann die Erziehung der Eltern nicht ersetzen. Nur wie macht man
seine Kinder selbstbewusst, und wie warnt man sie vor Gefahren,
ohne ihnen Angst zu machen?
“Mit einem Kindergartenkind kann man nicht über sexuellen
Missbrauch sprechen”, sagt Cierpka. “Aber man kann erklären,
dass es draußen nicht nur gute Menschen gibt, sondern auch
böse.”Am besten sei es, das Thema aufzugreifen, wenn das Kind
von sich aus damit anfängt, also beispielsweise etwas über einen
bösen Menschen erzählt. Dann könne man sicher sein, dass es sich
gerade mit dem Thema beschäftigt.
“Selbstbewusst werden Kinder, die die Erfahrung machen, dass sie
etwas bewirken können”, sagt Lüders. Alles, was ein Kind schon
selbst kann, sollte es auch machen dürfen. Eltern machen ihre
Kinder selbstbewusst, indem sie ihnen etwas zutrauen und ihnen
Verantwortung übergeben. Doch darf man Kinder dabei auch nicht
überfordern, sonst erreicht man das Gegenteil. Ein
Zehn-Stunden-Kurs in Selbstbehauptung kann das jedenfalls nicht
leisten. Das ist klassische, anstrengende Erziehungsarbeit. TINA
BAIER
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.155, Donnerstag, den 09. Juli 2009 , Seite 16
Juli 21st, 2008 Obermayr
Aus einem Leserbrief, der am 19. Juli 2008 in der SZ/EBE erschien:
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Wo bleibt das Mea culpa der CSU?
Zu der Meldung “CSU-Politiker fordern kleinere Klassen” vom 9. Juli:
Wo bleibt das “Mea culpa” der CSU? Am 8. Juli habe ich den Initiator der Aktion “Mehr Lehrer an Bayerns Schulen”, Albert Orterer, bei der Übergabe von 136 000 Unterschriften an Ministerpräsident Beckstein und Kultusminister Schneider begleitet. Im vergangenen Jahr waren schon 180 000 Unterschriften in derselben Sache zusammengekommen und übergeben worden. Und was sagt unser Ministerpräsident bei der Übergabe? “Eltern jammern schon mal gerne!” Zugleich fordern plötzlich – zwei Monate vor der Landtagswahl – die Ebersberger CSU-Politiker Stewens, Hohlmeier, Huber und Scheller kleinere Klassen für Zorneding. Niemanden dieser Herrschaften habe ich bei der Übergabe der Unterschriften gesehen, wo sie mit ihrer Anwesenheit den Stimmen von über 300 000 Eltern in Bayern mehr Gewicht verleihen hätten können.
Dieselbe CSU, die Schulen aufgelöst und Junglehrer trotz guter Noten nicht eingestellt hat, dieselbe CSU findet jetzt auf einmal, kleinere Klassen wären doch besser. Aber bitte nur in meiner Wahlheimat – nicht in ganz Bayern! Der Gipfel ist, dass sogar die im April 2005 entlassene Kultusministerin Hohlmeier, Todesengel vieler Hauptschulen sowie Hopplahopp-Reformerin für die sechsstufige Realschule und das achtstufige Gymnasium, diese Forderung mitträgt. Wir begrüßen es, wenn auch die CSU dazulernt. Allerdings sollte sie dazu sagen, dass sie selbst wacker gesündigt hat, zum Schaden unserer Kinder, zum Schaden ganzer Lehrergenerationen, zum Schaden Bayerns, aber angeblich zum Wohl der Staatskasse.
Johanna Weigl-Mühlfeld
ÖDP-Kreisrätin
Baiern
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.167, Samstag, den 19. Juli 2008 , Seite 2
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Die Autorin, Johanna Mühlfeld, ist Elternbeirätin am Gymnasium Grafing
Juni 25th, 2008 Obermayr
Wenn auch Sie der Meinung sind, dass es an Bayerns Schulen mehr Lehrer geben sollte, sollten Sie dieser Meinung über die
Elterninitiative
“Für mehr Lehrer an Bayerns Schulen”
und der Unterschriftenaktion 2008 “Mehr Lehrer für Bayerns Schulen!”
Nachdruck verleihen.
Mai 30th, 2008 Obermayr
Ein Leserbrief von Direktor Parigger zur Berichterstattung über das “alte” Gymnasium in Grafing und das “neue” Gymnasium in Kirchseeon:

April 2nd, 2008 Obermayr
Von der Schulleitung des Gymnasiums kommt ein Vorschlag für eine neue Gliederung des Schüler-Vormittags durch Einführung einer neuen Pause.
Der Vorschlag wird derzeit im Lehrerkollegium, in der Schülerschaft und in der Elternschaft diskutiert und in einer gemeinsamen Sitzung von Lehrern, Schülern und Eltern (Schulforum) entschieden.
Bitte teilen Sie uns mit, was Sie von dem folgenden Vorschlag halten:
1. und 2. Stunde: 08.00 – 09.30
Pause (20 Minuten): 09.30 – 09.50
3. und 4. Stunde: 09.50 – 11.20
Pause (20 Minuten): 11.20 – 11.40
5. und 6. Stunde: 11.40 – 13.10
Unterrichtsschluss
oder Mittagspause (50 Minuten): 13.10 – 14.00
Nachmittagsunterricht: 14.00 – max. 17.00
Die Schulleitung folgt mit diesem Diskussionsanstoß einer alten Bitte und häufig geäußerten Forderung vieler Eltern und Schüler, lange Stundenfolgen aufzubrechen und den Vormittag besser in Phasen von Konzentration und und Entspannung zu gliedern.
Diese Regelung soll insbesondere verhindern, dass drei oder gar vier Unterrichtsstunden hintereinander weg am Stück erfolgen müssen.
Der Elternbeirat begrüßt diese Neu-Regelung.
März 16th, 2008 Obermayr
Die Bayerische Staatsregierung ist dabei, jedem einzelnen Schüler eine persönliche Identitätsnummer (Schüler-ID) zuordnen, unter der ab der Einschulung über den gesamten Bildungsweg individuelle sozioökonomische Daten und Daten zum Bildungsweg digital erfasst und gespeichert werden.
Die Bayerische Staatsregierung ignoriert damit vollständig den Willen bayerischer Schüler-Eltern, wie er in einer Landtags-Petition, gestützt von 20.000 Unterschriften, zum Ausdruck gebracht wurde.
März 14th, 2008 Obermayr
Lesenswerter Beitrag in der “Zeit” zur Situation in deutschen Klasszimmern.
Link zu “Ein deutscher Klassenkampf” / Die Zeit: “Ein deutscher Klassenkampf” (PDF)