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Meinung: “Wo bleibt das Mea culpa der CSU?”

Aus einem Leserbrief, der am 19. Juli 2008 in der SZ/EBE erschien:

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Wo bleibt das Mea culpa der CSU?

Zu der Meldung “CSU-Politiker fordern kleinere Klassen” vom 9. Juli:

Wo bleibt das “Mea culpa” der CSU? Am 8. Juli habe ich den Initiator der Aktion “Mehr Lehrer an Bayerns Schulen”, Albert Orterer, bei der Übergabe von 136 000 Unterschriften an Ministerpräsident Beckstein und Kultusminister Schneider begleitet. Im vergangenen Jahr waren schon 180 000 Unterschriften in derselben Sache zusammengekommen und übergeben worden. Und was sagt unser Ministerpräsident bei der Übergabe? “Eltern jammern schon mal gerne!” Zugleich fordern plötzlich – zwei Monate vor der Landtagswahl – die Ebersberger CSU-Politiker Stewens, Hohlmeier, Huber und Scheller kleinere Klassen für Zorneding. Niemanden dieser Herrschaften habe ich bei der Übergabe der Unterschriften gesehen, wo sie mit ihrer Anwesenheit den Stimmen von über 300 000 Eltern in Bayern mehr Gewicht verleihen hätten können.

Dieselbe CSU, die Schulen aufgelöst und Junglehrer trotz guter Noten nicht eingestellt hat, dieselbe CSU findet jetzt auf einmal, kleinere Klassen wären doch besser. Aber bitte nur in meiner Wahlheimat – nicht in ganz Bayern! Der Gipfel ist, dass sogar die im April 2005 entlassene Kultusministerin Hohlmeier, Todesengel vieler Hauptschulen sowie Hopplahopp-Reformerin für die sechsstufige Realschule und das achtstufige Gymnasium, diese Forderung mitträgt. Wir begrüßen es, wenn auch die CSU dazulernt. Allerdings sollte sie dazu sagen, dass sie selbst wacker gesündigt hat, zum Schaden unserer Kinder, zum Schaden ganzer Lehrergenerationen, zum Schaden Bayerns, aber angeblich zum Wohl der Staatskasse.

Johanna Weigl-Mühlfeld
ÖDP-Kreisrätin
Baiern

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.167, Samstag, den 19. Juli 2008 , Seite 2

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Die Autorin, Johanna Mühlfeld, ist Elternbeirätin am Gymnasium Grafing

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